Hilfen zur Erziehung

Individuelle, ambulante Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Familien

Zenkido® bietet körperzentrierte und systemisch ausgerichtete Unterstützung im Rahmen der Hilfen zur Erziehung nach § 27 ff. SGB VIII.

Die Hilfe orientiert sich an der Lebenssituation des Kindes oder Jugendlichen, an seinem familiären und sozialen Umfeld, seiner bisherigen Entwicklung sowie an vorhandenen Fähigkeiten und Ressourcen.

Wichtig: Der Zugang zu diesem Angebot und die Beauftragung erfolgen ausschließlich über das jeweils zuständige Jugendamt.

 


Worum es in der Hilfe geht:

Hilfen zur Erziehung sind keine standardisierten Trainingsangebote. Ausgangspunkt sind die individuelle Situation, der festgestellte Unterstützungsbedarf und die im Hilfeplan vereinbarten Ziele.

Je nach Auftrag kann die Zusammenarbeit beratende Gespräche, aktive Begleitung oder konkrete Unterstützung bei der Bewältigung alltäglicher Entwicklungsaufgaben umfassen. Die Arbeit findet aufsuchend im Lebensumfeld der Familie sowie in weiteren für den jungen Menschen wichtigen sozialen Zusammenhängen statt.

Entscheidend ist dabei eine verlässliche Arbeitsbeziehung. Veränderungen entstehen nicht allein durch fachliche Empfehlungen, sondern durch nachvollziehbare Erfahrungen, gemeinsam entwickelte Handlungsmöglichkeiten und ihre schrittweise Erprobung im Alltag.

 

Mögliche Unterstützungsbereiche:

Je nach Bedarf und Hilfeplanung können unter anderem folgende Bereiche bearbeitet werden:

• Emotionsregulation und körperliche Selbststeuerung
• Umgang mit Konflikten, Aggression und eskalierenden Situationen
• Entwicklung von Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und persönlicher Stabilität
• Wahrnehmung und Kommunikation eigener Grenzen
• Gestaltung der Eltern-Kind-Interaktion
• Entwicklung schulischer oder beruflicher Perspektiven
• Aufbau sozialer Kontakte und Vernetzung im Sozialraum
• Bewältigung konkreter Entwicklungsaufgaben im Alltag
• Abstimmung mit Schulen, Einrichtungen, medizinischen oder therapeutischen Angeboten


Körperzentrierte und systemische Arbeitsweise:

Körperliche und emotionale Reaktionen spielen in Konflikt-, Angst- und Belastungssituationen häufig eine wesentliche Rolle. Körperzentrierte Übungen können dazu beitragen, Anspannung früher wahrzunehmen, eigene Reaktionsmuster besser einzuordnen und neue Möglichkeiten der Selbststeuerung zu entwickeln.

Dabei handelt es sich nicht zwangsläufig um Kampfkunsttraining. Je nach Zielsetzung können Wahrnehmungs-, Bewegungs-, Kooperations-, Nähe-Distanz- oder Entspannungsübungen eingesetzt werden. Ausgewählte kampfkunstpädagogische Elemente kommen nur dort zum Einsatz, wo sie zur Situation und zur vereinbarten pädagogischen Zielsetzung passen.

Die systemische Ausrichtung berücksichtigt, dass Schwierigkeiten nicht losgelöst vom jeweiligen Umfeld entstehen. Familie, Schule, Freundeskreis, Einrichtungen und weitere Bezugspersonen können deshalb in die Betrachtung und – soweit fachlich sinnvoll und vereinbart – in die Zusammenarbeit einbezogen werden.


Beteiligung und Hilfeplanung:

Ziele und Umfang der Unterstützung werden im Rahmen der Hilfeplanung mit dem Jugendamt und den Beteiligten vereinbart. Kinder und Jugendliche werden ihrem Entwicklungsstand entsprechend einbezogen.

Im Verlauf der Hilfe wird regelmäßig überprüft, welche Entwicklungen erkennbar sind, welche Ziele angepasst werden müssen und welche Unterstützung weiterhin sinnvoll ist. Die Zusammenarbeit bleibt dadurch bedarfsgerecht, situativ und individuell.


Informationen für Familien und Jugendliche:

Familien und Jugendliche sollen verstehen können, worum es bei der Unterstützung geht und was sie von der Zusammenarbeit erwarten können. Die Hilfe wird nicht über die Familie als private Dienstleistung gebucht.

Der erste formale Ansprechpartner ist das zuständige Jugendamt. Dort wird gemeinsam geklärt, ob ein Bedarf an Hilfe zur Erziehung besteht, welche Form der Unterstützung geeignet ist und welcher Leistungserbringer beauftragt werden kann.

Informationen für Jugendämter und Träger:

Zenkido® arbeitet ambulant, aufsuchend und lebensweltbezogen. Die konkrete Ausgestaltung orientiert sich am Hilfeplan, an der individuellen Ausgangslage und an den im Verlauf erkennbaren Entwicklungen.

Je nach Auftrag können Einzelarbeit, Elternarbeit, Begleitung im Sozialraum, Kooperation mit Schulen und Einrichtungen sowie die Vernetzung mit weiteren Fachstellen miteinander verbunden werden.

 

 


Pädagogisches Angebot und fachliche Abgrenzung:

Die Hilfen zur Erziehung von Zenkido® sind ein pädagogisches Angebot. Sie ersetzen keine medizinische Behandlung oder Psychotherapie. Bei entsprechendem Bedarf kann die Zusammenarbeit mit medizinischen, therapeutischen oder anderen spezialisierten Stellen unterstützt und in die pädagogische Hilfeplanung einbezogen werden.


So erfolgt der Zugang:

1. Die Familie oder eine beteiligte Fachstelle nimmt Kontakt zum zuständigen Jugendamt auf.

2. Das Jugendamt klärt gemeinsam mit den Beteiligten den Unterstützungsbedarf sowie mögliche Ziele und Formen der Hilfe.

3. Wenn Zenkido® als geeigneter Leistungserbringer ausgewählt wird, erfolgt die Beauftragung durch das Jugendamt.

4. Zu Beginn der Zusammenarbeit werden Auftrag, Ziele, Zuständigkeiten und praktische Rahmenbedingungen konkretisiert.


Kontaktaufnahme:

Jugendämter und kooperierende Träger können über das Kontaktformular eine mögliche Zusammenarbeit oder eine konkrete Anfrage besprechen.

Familien können sich bei allgemeinen Fragen ebenfalls informieren. Die Beantragung und Bewilligung der Hilfe erfolgt jedoch über das zuständige Jugendamt.